Wie viele Fledermäuse kommen im Mayener Grubenfeld vor?
Für ihren Winterschlaf versammeln sich hier Tausende von Tieren. Die Beschaffenheit der Stollen bietet den verschiedenen Arten optimale Bedingungen. So fühlen sich die Zwergfledermäuse in den Eingangsbereichen der Stollen wohl, dort hängen sie in großen Gruppen (Clustern) in den tiefen Rissen und Spalten. Manchmal sind die Spalten so weit das Auge reicht mit Fledermäusen lückenlos gefüllt. Andere Arten, wie das Große Mausohr, fliegen tiefer in das Bergwerk hinein und hängen dort in Gruppen an den Decken und Wänden. Die Bartfledermäuse wiederum bevorzugen Spalten oder vergraben sich sogar im losen Gestein oder in Geröllhalden.
Kein leichtes Unterfangen also, sich bei einem solchen Verhalten einen zahlenmäßigen Überblick zu verschaffen! Alle bisherigen Vergleiche der ermittelten Zahlen nach der herkömmlichen Strich-Liste-Zählung mit Lichtschranken- oder Videomessung ergaben eine hohe Dunkelziffer unentdeckter Tiere. Für den sog. Mauerstollen liegen sowohl die Ergebnisse der üblichen Zählungen als auch die aufgenommenen Daten per Lichtschranke vor. Dadurch ist bekannt, dass wir nur ca. 10 % der tatsächlich überwinternden Fledermäuse visuell erfassen können, die restlichen 90 % verbergen sich in den Tiefen der unzugänglichen Bereiche. In einem Winter zählten wir mit der üblichen Zählweise 3.000 bis 5.000 Fledermäuse, hochgerechnet kann man also von einer tatsächlichen Zahl von 30.000 – 50.000 vielleicht sogar bis zu 100.000 Tieren ausgehen.