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  Erfolge & Tragödien

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

Bierkeller (Foto Kiefer)Auch wenn Schutzmaßnahmen noch so gut begründet sind und von allen Beteiligten auch als notwendig erachtet werden, so kann doch deren Umsetzung lange auf sich warten lassen. Aufgrund der hohen Anzahl von überwinternden
Fledermäusen, die bei den jährlichen Winterkontrollen dokumentiert wurde, und anhand der überregionalen Bedeutung dieser Quartiere wurde bereits im Jahr 1993 für das Mayener Grubenfeld bei der damaligen Bezirksregierung Koblenz ein Antrag auf Ausweisung als Naturschutzgebiet eingereicht, ein Jahr später erfolgte dies auch für die Gruben in Niedermendig. Gleichzeitig beantragte man eine einstweilige Sicherstellung beider Gebiete. Parallel dazu (1994) erging an das rheinland-pfälzische Umweltministerium die Mitteilung, sie als potenzielle FFH-Gebiete auszuweisen, was schließlich das Land Rheinland-Pfalz über den Bund bei der EU meldete. Eine Unterschutzstellung und die Sicherstellung scheiterten aber bislang an der komplizierten Gesamtsituation, wie sie besonders in Mayen zu finden ist. Immer wieder wurden Gespräche mit den zuständigen Behörden, Eigentümern und der Stadt Mayen geführt. Trotz Gesprächsbereitschaft auf allen Seiten gab es schwer überwindbare Probleme, die einen endgültigen Schutz des Mayener Grubenfeldes bis heute nicht sicherstellen konnten.

Eingang nach Einsturz (Foto Kiefer)Während dieser ganzen Zeit kam es zu Veränderungen im Mayener Grubenfeld. Einzelne Stollen fielen bei einem Erdbeben zu Beginn der 90er Jahre zusammen, andere wurden abgebaut oder verschüttet. Im Dezember 2002 ereignete sich ein Vorfall im Mauerstollen, der ohne unser Eingreifen den Tod für Tausende von Fledermäusen bedeutet hätte: Der Eingang wurde bei Abbauarbeiten zugeschüttet, die Winterschläfer waren eingeschlossen. Erst Ende Januar 2003 rückte dank unserer Bemühungen der Bagger an, um den Zugang wieder freizulegen. Auf Initiative der NABU-Gruppe Mayen wurde der Eingang des Mauerstollens dann vergittert und mit einer Lichtschranke von Karl Kugelschafter versehen. Die Fledermäuse können nun ungehindert ein- und ausfliegen, unnötige Störungen durch den Menschen unterbleiben. Und wir sind dankbar für die zuverlässigen Daten.

Der „Mayko-Bierkeller“, ein besonders großer Stollen im Mayener Grubenfeld, der wegen seines konstanten Klimas lange Zeit zur Lagerung von Bierfässern diente, ist durch den Basaltabbau bedroht. Er befindet sich im Eigentum eines Bergbauunternehmens, welches auch über die Abbaurechte verfügt. Hinzu kommt, dass mindestens eine der tragenden Säulen nicht mehr stabil ist. Wenn diese auseinander bricht, wird der gesamte Stollen zusammenstürzen und die Fledermäuse hätten unwiederbringlich ihre vertraute Stätte für immer verloren. Eine Sanierung der Säulen ist erst nach dem Ankauf des Bierkellers möglich. Ein weiteres Problem stellt die Nutzung der Flächen nach dem Ende des Abbaus dar. So wurden im Randbereich des Grubenfeldes bereits alte Steinbrüche aufgefüllt und als Industriegebiet ausgewiesen. Viele andere Hohlräume fielen nach und nach dem Tagebau zum Opfer. Historisch betrachtet stellen somit die heute bekannten Stollen nur noch Reste der ehemals weitläufigen unterirdischen Welt dar.

Bierkeller 19.Jahrhundert (Quelle: Stadt Mayen)Die Stollen im Mayener Grubenfeld bedürfen also dringend nicht nur unserer Aufmerksamkeit sondern ganz konkreter Maßnahmen. Zunehmend ist auch festzustellen, dass sehr viele Unbefugte die Stollen im Winter begehen und ganz massiv dort die Fledermäuse stören. Aus Unwissenheit werden sogar Feuer unter den hängenden Tieren entfacht.

 


 

 

 

 

 
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