Mayener Grubenfeld > Schwärmen

   
  Schwärmen

Nun schwärmen sie wieder

Im Spätsommer pulsiert dann das Leben im Mayener Grubenfeld: Das sogenannte Schwärmen beginnt. Die Fledermäuse treffen sich zur Paarung und zum Informationsaustausch. Die Zwergfledermaus startet bereits im Juli, die meisten Arten sind jedoch Anfang oder Mitte August (Große und Kleine Bartfledermaus, Mausohr, Teichfledermaus) aktiv und den Schluss bildet gegen Mitte/Ende September die Fransen- und Bechsteinfledermaus. Dabei sind jeden Abend unterschiedliche Gruppen in den Stollen anzutreffen und die Artenzusammensetzung kann von Stollen zu Stollen variieren. Im August 2003 konnten wir für eine wissenschaftliche Untersuchung vor 3 Stollen im Mayener Grubenfeld 670 Fledermäuse aus 11 verschiedenen Arten fangen. Über 30 Fledermausschützer und -forscher waren bei dieser Aktion behilflich. Nie zuvor wurden in Deutschland an einem Tag so viele Fledermäuse in einem solch kleinen Gebiet registriert! Bei den Netzfängen in den verschiedenen Stollen sind Wiederfänge markierter Tiere und Überflüge zwischen den Stollen extrem selten. Daher kommen wahrscheinlich während der Schwärmphase von Ende Juli bis Mitte Oktober bis zu 50.000 Fledermäuse aus einem Umkreis von rund 300 km zusammen. Künftige Unter-suchungen können vielleicht belegen, ob es sich bei den Überwinterern um die Sommerschwärmer handelt.

Über den Zweck des Schwärmens gibt es zwei Annahmen: Einerseits scheinen sich Weibchen aus den Wochenstuben, deren Mitglieder alle eng miteinander verwandt sind, mit Männchen anderer genetischer Herkunft zur Reproduktion zu treffen, denn die Paarungszeit der Fledermäuse beginnt im Herbst und dauert den ganzen Winter bis in das Frühjahr hinein an. Diese These wurde aktuell mittels genetischer Untersuchungen an zwei Arten, nämlich dem Braunen Langohr und der Bechsteinfledermaus, bestätigt; hier waren auch Tiere aus Mayen dabei. Der Genaustausch zwischen Tieren aus verschiedenen Regionen kann also eine treibende Kraft sein, um dieses Schwarmquartier aufzusuchen.
Andererseits treffen sich hier auch „Alt“ und „Jung“. Ein Informationsaustausch, bzw. eine Informationsübergabe von Müttern auf ihre Junge und von erfahrenen auf unerfahrene Fledermäuse ist bei langlebigen Tieren, wie den Fledermäusen, sehr wahrscheinlich. Es ist ja für das Überleben notwendig, dass sie wissen, wo Überwinterungsplätze sind, wie sie dorthin gelangen und wo Artgenossen zur Paarung zu finden sind. Ein Ineinandergreifen beider Funktionen ist wahrscheinlich.

 


 

 

 

 

 
 Lasst uns hängen!
 Großprojekt
 Projektförderung
 Wie alles begann…
 Im Dunkeln
 Fledermäuse
 Schwärmen
 Flügel tragen
 Erfolge & Tragödien
 Inhalte und Ziele
 Flatterwochen!
 Kontakt
 Links
 Aktuelles
 BAG-Tagung 2009